Honigprämierung 2026

Echter Deutscher Honig auf dem Prüfstand

In Zusammenarbeit mit dem Bieneninstitut Kirchhain wurde auch in diesem Jahr die Honigprämierung durchgeführt, um den Leistungsstand und das Qualitätsniveau der hessischen Imkerei darzustellen, aber auch zu verbessern.

Gerade in Zeiten von gepanschter Importware, verunsicherten Verbrauchern und der Forderung nach einem Honigimportverbot, ist es für die Imker eine willkommene Gelegenheit, das eigene Qualitätslevel von unabhängiger Seite prüfen zu lassen und mit einem positiven Ergebnis die eigene Vermarktung aktiv zu fördern. „Made in Germany“ alleine ist noch kein überzeugendes Verkaufsargument. Auch die anderen Parameter sind wichtig, um sich von der Importware abzuheben.

Die zwischenzeitlich eingetretene Verpflichtung zur Herkunftsdeklaration hat für die heimische Imkerei keine praktische Auswirkung und auch nicht auf das Prüfschema. Die Herkunft unseres Honigs wurde immer klar benannt (Deutscher Honig) und nicht verschleiert.

Erstmalig konnten auch Neutralgläser im „Hessenetikett“ an der Prämierung teilnehmen. Das Hessenetikett bietet den Vorteil, regionalen Honig besonders hervorzuheben. Gleichzeitig sind die von der Verpackungsverordnung vorgegebenen Elemente des Etiketts vorgegeben und können nicht verändert werden. Auch der Honig mit dem Hessenetikett hat die Qualität wie vom Deutschen Imkerbund gefordert.

In diesem Jahr wurden 170 Lose von fast 120 Imkern mit jeweils drei Gläsern zur Bewertung eingereicht. Hinter den eingereichten Proben stehen mehr als 31 Tonnen Honig. Das waren etwas weniger Lose aber mehr repräsentierter Honig als im Vorjahr. Ein klares Indiz für eine gute Ernte in einer schwierigen Saison mit teilweise Feuchtigkeitsproblemen in der Frühtracht.

Zu Beginn der Sinnesprüfung erläuterte Tobias Stever als Honigobmann das inhaltliche Prüfverfahren und den Verfahrensablauf. Optional konnte erneut jeder Imker für sein Los eine Rückstands- und /oder Sortenanalyse hinzubuchen. Dieser Umstand musste im gesamten Verfahrensablauf berücksichtigt werden:

  • Probenannahme und Anonymisierung
  • Jeweils 3 Juroren prüfen ein Glas aus einem Los
  • Vorbereitung der Laborproben in Abhängigkeit des Prüfumfanges

Grundlage war wie immer das Prüfschema des Deutschen Imkerbundes D.I.B. – auch für die Neutralgläser mit dem „Hessenetikett“. Eine perfekte Aufmachung, einwandfreie Hygiene sowie eine feinsteife Konsistenz der kristallisierten Honige waren gefordert. Selbstverständlich waren auch der honigtypische Geschmack und Geruch Prüfgegenstand der Juroren.

Um ein einheitliches bzw. gleichmäßiges Prüfniveau zu gewährleisten, wurden zu Beginn verschiedene Definitions- und Abgrenzungsfragen erläutert und besprochen. Eine fotografische Dokumentation der gefundenen Abweichungen wurde bei Abwertungen auf 3 oder weniger Punkte erstellt. Die Teilnehmer haben dann durch das neutrale Feedback die Möglichkeit ihre innerbetrieblichen Abläufe zu überdenken und zukünftig zu optimieren.

Leider gab es vereinzelt vermeidbare Formfehler wie eine fehlerhafte MHD-Kennzeichnung (30.Februar) oder fehlende Deckeleinlagen und alte Adlergläser und -deckel.

Neben der sensorischen Bewertung werden alle Proben noch ins Labor gegeben. Dort werden die Honige auf Wassergehalt, Enzymwerte sowie optional auf mögliche Rückstände durch Pflanzenschutz- oder Behandlungsmittel untersucht. Für eine gewünschte Sortenanalyse wurde eine zweite Laborprobe gezogen. Diese Ergebnisse liegen erst im Oktober / November vor. Erst danach entscheidet sich, welche Lose einen entsprechenden Rang bei der Prämierung erhalten. Die Gold-Silber- oder Bronzemedaillen werden auf dem Honigtag am 22.11.2026 in Schlitz ausgelobt.  Nähere Infos hierzu folgen zu einem späteren Zeitpunkt auf www.hessische-imker.de.

Ein herzlicher Dank an dieser Stelle an die beteiligten Juroren sowie der Unterstützung durch Frau Dr. Gefion Brunnemann-Stubbe vom Bieneninstitut Kirchhain für Ihren Einsatz.

Christian Schirk, Landesverband Hessischer Imker e.V.